Darmstadt:

Hausaufstockung mit Eigentumswohnungen und Aufzügen



Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom 3.3.07
3.3.07, Frankfurter Rundschau. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Rundschau und von Andreas Arnold, Fotograf.



Einige Fragen können helfen, die Situation richtig einzuschätzen...


Wurde Ihnen als Mieter die geplante Hausaufstockung mit Eigentumswohnungen rechtzeitig vorher schriftlich angekündigt, oder etwa nur eine "Wärmedämmmaßnahme"?

Wurden realistische Zeiträume angegeben oder wurden Baumaßnahmen z. B. für drei Monate oder ein halbes Jahr mitgeteilt, die Bauarbeiten dauern jedoch ein Jahr lang?

Wohnen Kinder, chronisch kranke oder alte Menschen im Haus? Haben Sie Bluthochdruckprobleme oder sind Sie anderweitig stressgefährdet?

Wird von Montag bis Samstag von 6.00/7.00 Uhr bis spät abends gearbeitet?

Können Sie die Mittagsruhe von 13.00 - 15.00 Uhr einhalten?

Wohnen Sie in einer hellhörigen Nachkriegs-Mietwohnung? In diesem Fall wird der Baulärm auch mit zwei Lagen Ohropax und zusätzlichem Schallschutzkopfhörer noch so laut hörbar sein, dass Sie nicht ein- oder ausschlafen können. Das wird besonders bei Steinsägen und Maurerarbeiten sowie dem Bohren, Klopfen usw. des Innenausbaus der Fall sein. Ein entspannter Aufenthalt in der Wohnung, Ausruhen, Telefonieren und Empfangen von Besuch ist dann über Monate hinweg tagsüber nicht mehr möglich. Wissen Sie, wie Sie Ihren normalen Lebensalltag für diesen Zeitraum aufrechterhalten können?

Werden Ihnen besondere Baumaßnahmen mit besonderer Lärm- und Schmutzentwicklung rechtzeitig vorher angekündigt, sodass Sie Ihre Terminplanung darauf einstellen können?

Erhalten Sie umgehend bei Wasserschäden Hilfe oder müssen Sie Ihre Wohnung alleine schützen, auch nachts? Werden Ihnen zeitnah und unbürokratisch alle erforderlichen Maßnahmen zur Beseitigung von Wasserschäden (auch Folgeerscheinungen wie Schimmel, ablösende Tapeten usw.) zur Verfügung gestellt?

Ist die Baustelle gesichert oder fallen Ihnen beim Herausgehen Gegenstände auf den Kopf oder wird Speis auf Sie hinuntergeschüttet?

Wird der Speis, der von der Baustelle der Eigentumswohnungen auf Balkon und Fenster heruntergeschüttet wurde, anstandslos und umgehend von der Baufirma wieder beseitigt, oder müssen Sie selber Abhilfe schaffen?

Werden die Keller umgebaut, da für die Eigentumswohnungen Kellerräume zur Verfügung stehen müssen? Müssen Sie auf Kellerraum verzichten?

Stehen Haustür und Kellertüren tagsüber aufgrund der Bauarbeiten offen? Entsteht dadurch ein Sicherheitsproblem? Wird in die Wohnungen und Kellerräumen eingebrochen?

Wird eine Mietminderung für die Dauer der Baumaßnahmen durchgeführt, ohne dass Sie diese monatlich immer wieder neu einfordern müssen? Ist die Mietminderung ausreichend?

Wird Ihnen für die Dauer von besonderen Beeinträchtigungen eine Ersatzwohnung zur Verfügung gestellt?

Wird das Treppenhaus als Zufahrtsweg zur Baustelle von den Bauherren gereinigt oder bleibt Ihnen als Mieter die Entfernung des Baustellenschmutzes der Eigentumswohnungen im Treppenhaus überlassen?

Hält der Aufzug nur in den Stockwerken der Eigentumswohnungen oder auch in den Stockwerken der Mietwohnungen? Ist Ihnen bekannt, dass Sie die monatlichen Nebenkosten für den Aufzug auch als Mieter in den unteren Stockwerken übernehmen müssen, auch wenn der Aufzug dort gar nicht hält? Verursacht der Aufzug in dem hellhörigen Nachkriegsgebäude bei jeder Inbetriebnahme einen beträchtlichen Lärm?

Wurden Sie vorher schriftlich in Kenntnis gesetzt, dass sich Ihre Wohnqualität durch die Verdunklung Ihrer Wohnräume und des Treppenhauses aufgrund der Errichtung von Aufzugstürme für die Eigentumswohnungen bleibend verringert?

Wurde im Zuge der Hausaufstockung eine Wärmedämmung des Hauses durchgeführt? Ist eine Mieterhöhung nach Fertigstellung der Bauarbeiten mit der Begründung der Wärmedämmung geplant? Um wieviel?

Wissen Sie, ob eine Umwandlung der Mietwohnungen in Eigentumswohnungen vorgesehen ist?

Finden die Baumaßnahmen in einer allgemeinen Atmosphäre der Verunsicherung und Geringschätzung statt oder werden Sie als Mieter in Ihren Rechten respektiert?

Haben Sie den Eindruck, dass Baumfällgenehmigungen für in Darmstadt ansässige Organisationen anstandslos erteilt werden ("durchgewunken", z. B. auch am Hauptbahnhof ...), Privatpersonen die Genehmigung jedoch nur unter großen Schwierigkeiten bekommen?


Wasserschaden bei der Hausaufstockung



Links:

Nachverdichtung im Martinsviertel http://www.nachverdichtung-watzeviertel.de/

Oppenheimer Strasse bleibt! http://oppenheimerbleibt.wordpress.com/

Uffbasse http://www.uffbasse-darmstadt.de/?p=1694

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(Diese Seite wurde am 14.8.2014 aktualisiert.)

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